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Agroforstsysteme

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Agroforstsysteme

Agroforstsysteme verbinden das Beste aus Wald und Feld. Dabei entstehen Flächen, die gleichzeitig produktiv, klimaresistent und artenreich sind — eine der ältesten Bewirtschaftungsformen der Welt, neu entdeckt.

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Agroforstsysteme sind deutschlandweit registriert, Stand 31.12.2025

2.092 ha

Gesamtfläche aller erfassten Agroforstsysteme in Deutschland

46 %

der deutschen Agroforstflächen kombinieren Bäume mit Ackerbau (silvoarabel), 39 % mit Weidenutzung (silvopastoral)

Schaubild: Querschnitt eines Agroforst-Streifensystems mit Baumstreifen zwischen zwei Ackerflächen, inkl. Windschutz, Lebensraum- und Blühstreifen-Effekten

Schaubild: PermaWaldGarten

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Was sind Agroforstsysteme?

Der Begriff „Agroforst“ setzt sich zusammen aus „agro“ (Landwirtschaft) und „forst“ (Wald). Gemeint ist die bewusste Kombination von Bäumen oder Sträuchern mit landwirtschaftlichen Kulturen oder Weideland auf derselben Fläche, nicht nebeneinander, sondern miteinander. Agroforstsysteme sind keine neue Erfindung. Sie zählen zu den ältesten Bewirtschaftungsformen der Menschheitsgeschichte und wurden weltweit über Jahrtausende praktiziert. Die industrielle Landwirtschaft hat Bäume aus der Kulturlandschaft verdrängt, Agroforst holt sie zurück. Das Ergebnis sind Flächen, die mehr leisten als die Summe ihrer Teile: mehr Ertrag, mehr Artenvielfalt, mehr Klimaresilienz.

Quelle: Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e. V., agroforst-info.de; Agroforst-Landkarte des DeFAF, zitiert nach topagrar.com, Stand 31.12.2025

Schaubild: sechs Vorteile von Agroforstsystemen auf einer Fläche — Kohlenstoff-Bindung, Windschutz, Bodenschutz, Nitrat-Filterung, Lebensraum, Früchte & Holzbiomasse

Schaubild: PermaWaldGarten

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Warum Agroforstsysteme wirken

Drei Wirkungsebenen greifen ineinander:

  • Ökologisch: Bäume und Sträucher schaffen Lebensräume, die auf offenen Feldern fehlen. Sie fördern Bestäuber, bieten Nistmöglichkeiten für Vögel und verbessern langfristig Bodenstruktur und Wasserspeichervermögen.
  • Wirtschaftlich: Auf derselben Fläche entstehen mehrere Ertragsebenen gleichzeitig: Holz, Früchte, Futtermittel oder Schnittgut, neben der Hauptkultur. Das reduziert Risiken und erschließt neue Einkommensquellen.
  • Klimaresilienz: Tiefwurzelnde Bäume puffern Trockenheit und Starkregen ab, speichern Kohlenstoff im Boden und schützen benachbarte Kulturen vor Wind und Sonneneinstrahlung. Agroforstsysteme sind eine der wirkungsvollsten Antworten auf den Klimawandel.

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Die wichtigsten Agroforst-Typen

Fachlich unterscheidet der DeFAF Agroforstsysteme zunächst grob nach ihren Hauptkomponenten: mit Ackerkulturen (silvoarabel), mit Tierhaltung (silvopastoral) oder mit beidem zugleich (agrosilvopastoral). In der Praxis hat sich in Mitteleuropa eine feinere Einteilung in fünf Typen etabliert, die zusätzlich verbreitete Sonderformen wie Hecken und Gewässerrandstreifen berücksichtigt:

Silvopastoral

Bäume auf Weideflächen: Obstbäume oder Weidensträucher auf Grünland, das gleichzeitig beweidet wird. Das klassische Beispiel: die Streuobstwiese mit Schafen oder Ziegen. Tiere pflegen die Fläche, Bäume liefern Schatten und Früchte.

Silvoarable

Bäume zwischen Ackerkulturen: Baumreihen (z. B. Obstgehölze, Nussbäume oder Pappeln) werden in Streifen zwischen Ackerkulturen oder Gemüsebeeten gepflanzt. Die Bäume schützen vor Wind, verbessern das Mikroklima und liefern zusätzliche Erträge.

Waldgarten

Mehrschichtige essbare Landschaft: Kronendach, Strauchschicht, Kräuter und Bodendecker bilden ein geschlossenes, produktives System — die intensivste Form des Agroforsts. Minimal Pflege, maximale Vielfalt.

Hecken-Agroforst

Windschutz und Biotopverbinder: Strukturreiche Hecken aus heimischen Sträuchern und Bäumen teilen landwirtschaftliche Flächen auf, schützen vor Erosion und verbinden Biotope miteinander. Besonders wertvoll für Insekten und Vögel.

Pufferstreifen

Bäume entlang von Gewässern: Baumreihen entlang von Bächen und Gräben verhindern, dass Nährstoffe aus der Landwirtschaft ins Wasser gelangen. Sie stabilisieren Ufer, kühlen das Wasser und schaffen wertvolle Feuchtlebensräume.

Quelle: Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e. V., agroforst-info.de/arten — die Typen Waldgarten, Hecken-Agroforst und Pufferstreifen sind in Mitteleuropa gebräuchliche Sonderformen und ergänzen die DeFAF-Hauptkategorien

Sonnenaufgang über der silvopastoralen Streuobstwiese in Zizishausen mit Blick ins Tal

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

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Agroforst in der Praxis — so setzen wir ihn um

Bei PermaWaldGarten ist Agroforst kein Theorieprojekt, sondern gelebte Praxis. Unsere Streuobstwiesen in Zizishausen, am Galgenberg und Oberensingen sind klassische silvopastorale Systeme. Jedes Projekt folgt denselben Grundprinzipien:

  • Streuobstwiesen als Ausgangspunkt: Unsere Flächen in Zizishausen, Galgenberg und Oberensingen sind klassische Agroforstsysteme — Hochstammobstbäume über artenreichen Wiesen, die wir revitalisieren, was jahrzehntelang vernachlässigt wurde.
  • Hochstämme alter Sorten: Wir pflanzen regionaltypische Obstbaumsorten, die für den jeweiligen Standort erprobt sind. Keine Einheitssorten, sondern Vielfalt, die auch klimatisch belastbare Ernten liefert.
  • Mehrschichtige Nutzung auf einer Fläche: Früchte von den Bäumen, artenreiches Heu von der Wiese darunter, Heckengehölze als Lebensraum und Windschutz. Eine Fläche, mehrere Ertragsebenen gleichzeitig.
  • Mahd statt Beweidung: Unsere Wiesen werden manuell gemäht, spät und abschnittsweise, damit Insekten Rückzugsflächen haben und seltene Wiesenpflanzen aussamen können.
  • Hecken als Verbindungselemente: Wir legen strukturreiche Hecken zwischen Flächen an, als Biotopkorridor, Windschutz und Lebensraum für Insekten und Vögel.
  • Langfristige Begleitung: Wir pflanzen nicht und verschwinden. Wir dokumentieren die Entwicklung jeder Fläche und passen Pflegekonzepte über Jahre an.
Gemulchter Heckenstreifen am Rand einer landwirtschaftlichen Fläche als Beispiel für Hecken-Agroforst

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

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Für wen sind Agroforstsysteme geeignet?

Agroforstsysteme sind keine idealisierten Nischenlösungen. Sie sind eine der wenigen landwirtschaftlichen Methoden, die gleichzeitig ökologisch wirken, wirtschaftlich stabil sind und aktiv zum Klimaschutz beitragen. Wer eine Wiese, einen Acker oder eine brachliegende Fläche besitzt und mehr daraus machen will als eine monokulturelle Nutzfläche, findet in Agroforstsystemen einen bewährten Ansatz. Das gilt für Privatpersonen mit größerem Grundstück genauso wie für Landwirte, die ihre Betriebe zukunftssicher aufstellen wollen, für Kommunen, die Ausgleichsflächen sinnvoll bewirtschaften möchten, und für Unternehmen, die Kompensationsflächen nicht einfach stilllegen, sondern aktiv gestalten wollen. Besonders geeignet sind Agroforstsysteme überall dort, wo Trockenheit, Erosion oder sinkende Bodenfruchtbarkeit bereits spürbar sind. Bäume regulieren den Wasserhaushalt, schützen vor Winderosion und bauen langfristig Humus auf. Das macht Agroforstsysteme zu einer der wirkungsvollsten Antworten auf den Klimawandel, die heute schon umsetzbar ist. Interessierte Landwirte dürfen sich gerne bei uns melden, um gemeinsam ein Versuchsmodell zu starten.

Willst du deine Fläche in diese Richtung entwickeln?