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Beikräuter: was „Unkraut“ wirklich über deinen Boden verrät

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Beikräuter: was „Unkraut“ wirklich über deinen Boden verrät

Löwenzahn im Rasen, Brennnessel an der Mauer, Giersch im Beet: die meisten reißen sie aus, ohne genauer hinzusehen. Dabei sind diese Pflanzen keine Störenfriede, sondern Boten. Sie erzählen, wie es um deinen Boden steht, sie waren jahrhundertelang die Hausapotheke vor der Haustür, und sie sind oft nährstoffreicher als das, was danach im Beet gepflanzt wird.

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Warum „Unkraut“ der falsche Begriff ist

Kein Wildkraut wächst zufällig an einem bestimmten Ort. Jede sogenannte Beikraut-Art ist auf bestimmte Boden- und Lichtverhältnisse spezialisiert und besiedelt genau die Flächen, die zu ihr passen, meist offene, gestörte Stellen, die schnell wieder begrünt werden müssen. Das ist derselbe Mechanismus, den wir auf unserer Seite zur natürlichen Sukzession beschreiben: Pionierpflanzen bereiten den Boden für alles vor, was danach kommt. Der Begriff „Unkraut“ bewertet eine Pflanze also nur danach, ob sie gerade am gewünschten Ort steht, nicht danach, was sie kann. In der Permakultur gilt deshalb der erste Grundsatz vor jeder Maßnahme: beobachten, bevor eingegriffen wird. Beikräuter sind dafür die einfachste, kostenlose Informationsquelle, die ein Garten oder eine Fläche bieten kann.

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Was Beikräuter über den Boden verraten

Bestimmte Pflanzen tauchen zuverlässig unter bestimmten Bodenbedingungen auf. Wer sie kennt, kann den eigenen Boden lesen, ganz ohne Laboranalyse.

  • Stickstoffreicher Boden: Brennnessel, Melde, Vogelmiere, Kletten-Labkraut, Giersch, Weißer Gänsefuß
  • Stickstoffarmer Boden: Wilde Möhre, Mauerpfeffer, Hundskamille, Rauhaarige Wicke
  • Saurer Boden: Kleiner Sauerampfer, Hasen-Klee, Acker-Minze, Hundskamille
  • Alkalischer/kalkhaltiger Boden: Acker-Stiefmütterchen, Wiesen-Salbei, Luzerne, Vogelmiere
  • Verdichteter oder staunasser Boden: Ackerschachtelhalm, Huflattich, Kriechender Hahnenfuß, Quecke, Breit-Wegerich
  • Trockener Boden: Reiherschnabel, Mittlerer Wegerich, Färberkamille
  • Schattiger Standort: Giersch, Gundermann, Sauerklee

Quelle: BZL Bundeszentrum für Ernährung, Landwirtschaft.de, Zeigerpflanzen

Schafgarbe und Lavendel wachsen auf einer moosbewachsenen Trockenmauer in Oberensingen

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

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Wildkräuter als Heilpflanzen

Bevor es Apotheken gab, war die Wiese die erste Anlaufstelle. Viele Beikräuter wurden über Generationen traditionell genutzt, und einige ihrer Inhaltsstoffe sind bis heute anerkannt. Wichtig dabei: das sind überlieferte, traditionelle Anwendungen, keine medizinischen Empfehlungen. Bei ernsthaften Beschwerden gehört die Diagnose in ärztliche Hände, Wildkräuter ergänzen das, sie ersetzen es nicht.

  • Brennnessel: enthält Ameisensäure, traditionell als harntreibendes Mittel bei Blasenbeschwerden verwendet
  • Schafgarbe: traditionell zur Unterstützung der Verdauung bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt
  • Spitzwegerich: enthält schleimlösende und entzündungshemmende Stoffe, traditionell bei Husten und Insektenstichen genutzt
  • Gundermann: wirkt schleimlösend und harntreibend, traditionell bei Husten und Verdauungsbeschwerden

Quelle: Plantura, Heimische Wildkräuter im Überblick

Wild wachsender Bärlauch als essbares Beikraut auf einer Wiese in Zizishausen

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

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Vom Beikraut zur Ressource

Wer Beikräuter nicht sofort entfernt, kann sie direkt weiterverwenden. Das deckt sich mit dem, was wir auf unserer Wildkräuter-Seite zur Nutzung als Nahrung beschreiben, nur dass es hier nicht um den Teller geht, sondern um Boden, Beet und Kreislauf.

  • Brennnesseljauche als kostenloser, stickstoffreicher Flüssigdünger
  • Gehäckseltes Beikraut als Mulchmaterial, das gleichzeitig den Boden bedeckt und langsam Nährstoffe abgibt
  • Samenstände über den Winter stehen lassen, als Nahrungsquelle für Vögel
  • Blühende Beikräuter als Bienenweide, wenn sonst wenig blüht

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Wie PermaWaldGarten Beikräuter einsetzt

Bevor wir auf einer neuen Fläche irgendetwas pflanzen, schauen wir uns an, was dort schon wächst. Das spart Zeit und Kosten für Bodenanalysen und zeigt uns oft mehr über eine Fläche, als eine einzelne Messung könnte.

Willst du deine Fläche in diese Richtung entwickeln?