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Landschaftsarchitektur der Zukunft: die grüne Stadt

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Landschaftsarchitektur der Zukunft: die grüne Stadt

Städte sind die Lebensrealität der Mehrheit der Menschheit — und Brennpunkte des Klimawandels: Wärmeinseleffekte, Oberflächenversiegelung, Artenarmut. Doch das ist keine zwangsläufige Folge urbanen Lebens, sondern das Ergebnis von Planung. Und Planung lässt sich ändern.

01

Das Problem: die Stadt als Wärmeinsel

In deutschen Großstädten liegt die Durchschnittstemperatur bereits 2 bis 5 Grad über dem Umland, in Extremhitzephasen lokal bis zu 10 Grad. Eine Berliner Studie zeigt: Die Sterblichkeit unter Menschen ab 65 Jahren steigt um fast das Doppelte, wenn die Tagestemperatur ein Grad über den Schwellenwert steigt.

Quelle: Scherber et al. 2013, Hitzemortalität Berlin; Umweltbundesamt

02

Grüne Infrastruktur als Stadtkühlung

Begrünte Fassaden kühlen um bis zu 13 Grad gefühlte Außentemperatur, reduzieren die Wandoberflächentemperatur um 10 bis 20 Grad und dämpfen zusätzlich den Straßenlärm um bis zu 10 dB(A) — je nach Bewuchsdichte verdunsten sie 2 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter und Tag. Ein einziger ausgewachsener Stadtbaum kühlt so stark wie 5 bis 10 Klimageräte, die 20 Stunden täglich laufen, verdunstet an heißen Tagen bis zu 400 Liter Wasser, speichert 20 bis 30 kg CO₂ pro Jahr, filtert Feinstaub und puffert über seine Baumscheibe 30 bis 50 Liter Regenwasser pro Quadratmeter ab. Extensive Gründächer reduzieren den sommerlichen Wärmedurchgang um bis zu 70 % — und Stadtgrün wirkt nachweislich stressreduzierend und steigert den Erholungswert von Wohnquartieren.

Quelle: Rein et al., Univ. Manchester 2011; BBSR; ZinCo Fachstudien

Angelegter Steinhaufen als Lebensraum-Element, wie es sich auch in städtische Grünflächen integrieren lässt

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

03

Biodiversität in der Stadt

In Berlin wurden über 1.000 Wildbienenarten in Stadtgärten kartiert, auf Gründächern allein finden sich über 40 Arten. Voraussetzung ist bewusste Gestaltung: heimische Gehölze statt importierter Zierpflanzen, Blumenwiesen statt Einheitsgrün, Schutz älterer Bausubstanz als Nistmöglichkeit, vernetzte Grünflächen als ökologische Korridore und weniger Lichtverschmutzung für nachtaktive Insekten. Auch größere Wildtiere haben sich die Stadt zurückerobert: Stadtspatz, Mauersegler, Stadtfuchs und Steinmarder gehören längst zur urbanen Fauna, wenn Nist- und Rückzugsräume erhalten bleiben.

Quelle: Schweiger et al., Stadtbiodiversität NABU; BMU Weißbuch Stadtgrün 2017

Das Team baut Hochbeete im Innenhof der Mörikeschule mitten im Wohnquartier

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

04

Von der Theorie zur Praxis: was wir tun

Wir planen und begleiten grüne Infrastruktur in Wohnquartieren, auf Schulgeländen und in kommunalen Grünflächen — mit bewährten, robusten Bepflanzungssystemen aus einheimischen Arten: Fassadenbegrünung mit Selbstkletterern, trockenresistente Staudenplanung, Beratung zu Fördermöglichkeiten (KfW, kommunale Programme) und Mitmach-Aktionen für Anwohnende.

05

Wie Städte von morgen aussehen können

Singapur hat Grünbegrünung verbindlich in die Stadtplanung integriert, Wien entwickelt hitzepuffernde „Cool Streets“, Mailand hat mit dem Bosco Verticale einen Wohnturm als vertikalen Wald realisiert, Düsseldorf erprobt „Schwammstadt“-Konzepte. Deutschland verfügt über umfangreiche Förderprogramme, darunter das Bundesprogramm Biologische Vielfalt und das KfW-Förderprogramm 431 für Gebäudebegrünung.

Quelle: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen; KfW Förderprogramm 431

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